Informationen betreffend Recyclingpapier

Publiziert von www.recyclingpaper.ch

Recyclingpapier gilt als umweltfreundlich, weil nebst der Einsparung von Rohmaterialen (Holz, Zellstoff) auch weniger Wasser und Energie bei der Herstellung verbraucht wird.

Herstellungsprozess

a) Die Sammelware wird im Wasserbad in seine einzelnen Papierfasern aufgelöst, die sog. Wiederaufschlämmung.

b) Der wässrige Brei durchläuft dann einen Reinigungsvorgang, um Fremdkörper zu entfernen. Dazu werden vielfach chemische Reinigungsmittel eingesetzt.

c) Das Entfärben der Fasern geschieht durch Natzriumhydroxid oder Natriumkarbonat. Um das Papier noch weisser zu machen, verwendet man in einem zusätzlichen Vorgang Peroxide oder Hydrosulfite. Diese entfernen den Farbstoff aus den Fasern.

d) Das Endresultat, der aufgearbeitete Faserbrei, wird zur Herstellung von Recycling-Kopierpapier benutzt. Die Papierfasern des Recyclingbreis sind vielfach durch den Reinigungsprozess verkürzt, was das Papier etwas lappiger machen kann.

Die Recyclingpapier-Produktion

Die Papierfaser lässt sich bis zu sieben mal «recyclieren», danach zerfällt sie endgültig zu Staub. In jeder Haushaltsammlung sind vor allem viel Zeitungen vorhanden, die bereits mehrfach recyclierte Fasern aufweisen. Es ist deshalb nicht einfach, solche Ware zur Herstellung von qualitativ hochwertigem Kopierpapier zu verwenden. Qualität und Reissfestigkeit des Papiers lassen sich durch das Beimischen neuer Fasern steigern. Ein Papier mit der Benennung «100% Altpapier» muss bis 80% Altpapier enthalten. Es gehört zu den Geheimnissen der Papierfabriken, wie viel und welche Fasern da verwendet werden, um ein gebrauchstüchtiges Kopierpapier auf Recyclingbasis herzustellen.

Das ehrlichste Recyclingpapier wäre das mausgraue, das aus hauptsächlich Haushaltsammlungen (niederer Qualität, von dem es grössere Mengen gibt) hergestellt wird. Für Kopierer und Laser hat dieses Papier aber Nachteile, die die Oekobilanz beeinträchtigen: Durch grössere Staubentwicklung können Teile im Drucker angegriffen werden und mehr Technikerinterventionen könnten auftreten. Aus diesem Grunde ist der Verkauf von billigstem Recyclingpapier für Kopierer/Laserdrucker rückläufig und einige Hersteller haben ganz auf deren Produktion verzichtet.

«FLOATING» oder FLOTATION:  Die Flotation ist ein wichtiger Prozessschritt beim Recycling. Dadurch soll beim der Weißgrad des eingesetzten Altpapiers durch die Entfernung der Druckfarben erhöht werden. Dabei wird ausgenutzt, dass nur die hydrophilen Fasern von Wasser benetzt werden, während die hydrophobe Druckfarbe weitgehend unbenetzt bleibt.

Dem Wasser in der Apparatur werden Deinking-Chemikalien wie Seife, Natriumhydroxid und Wasserglas zugesetzt. Nach Einleitung von Luft lagern sich die abzutrennenden Druckfarbenpartikel an die Luftblasen an und schwimmen dann als Schaum auf der Altpapierstoff-Suspension. Der Schaum wird von der Oberfläche abgeschöpft oder abgesaugt (Skimmen). Anschließend wiederholt sich der Prozess mehrere Male. Damit Altpapier nach diesem Verfahren aufbereitet werden kann, muss es allerdings gewissen Anforderungen genügen. Die Altware muss deshalb gut vorsortiert werden.

Ein Trend besteht jetzt, Altpapier in Form von hochwertigen Abfällen herzustellen. Diese weisen weniger zum x-ten mal recyclierte Fasern auf und sind auch weniger verschmutzt (weniger Farbstoffe). Ein Beispiel sind EDV-Papierabfälle aus speziellen Sammlungen. Das Resultat sind relativ weisse Fasern mit guter Stabilität. Nachteil: Sehr begehrte Rohware und dadurch auch teurer als Haushaltsammelware.

Einige unserer Lieferanten produziert jetzt hochweisse Recyclingpapiere (EQUALITY von Clairefontaine oder Explorer iCare von Soporcel) auf Basis von Altpapier-Sammelware unter Zugabe von FSC oder PEFC-zertifiziertem Frischzellstoff. Das Resultat sind hochweisse Papier mit höchstem Volumen, ausgezeichneter Steife und einer sagenhaften Weisse von CIE 160 bis CIE164. Diesen Papieren sieht man das «Recycling» tatsächlich nicht an. Billig sind sie aber nicht gerade.

Anzumerken ist zudem, dass für Zeitungspapier-Recycling teils neue Fasern (z.B. Primärfasern von Bäumen) zugemischt werden. Dies ist bei Kopierpapier tabu, da diese Fasern die Übertragungstrommeln der Kopierer/Laserdrucker beschädigen können aber das Papier vor allem die Alterungsbeständigkeit verliert. Bei der Herstellung von holzfreien Papieren wird das Lignin, ein in den Holzfasern enthaltener Harz, heraus gewaschen. Die Geräteproduzenten schreiben die Verwendung von holzfreien Papieren vor.

Zertifizierung «Blauer Engel»

Der Blaue Engel ist das einzige Zertifikat für 100% Recyclingpapier. Über seine Bedeutung können Sie weiter unten mehr nachlesen.

Die von uns vertriebenen EVERCOPY+ , EVERCOPY PLUS, EVERCOLOR und NAUTILUS CLASSIC  sind mit dem Blauen Engel zertifiziert. Die Hersteller geben folgende Erklärung ab: 

Das Papier besteht aus 100% postkonsumem Papier, davon sind mindestens 65% in niedriger (z.B. Haushaltsammelware) oder mittelmässiger Qualität
Das Weglassen bestimmter chemischer Produkte, die für den Menschen oder die Umwelt schädlich sind wie Bleiche mit oder ohne Chlor
Der Einsatz von Farbstoffen, die merkur-, blei-, kadmium- oder chromfrei sind.

Diese Papiere, die auch keine optischen Aufheller enthalten, entsprechen folgenden Normen:
DIN EN 71-2: beinhaltet keine Giftstoffe für Kinder
DIN EN 12281: Anforderung für Reprografiepapiere
DIN 6738: Qualität für Archivierung (200 Jahre)

Weitere Angaben über den «Blauen Engel» finden Sie hier (bitte klicken). Auch eine FSC-Zertifizierung ist möglich: (Quelle)

Wenn Sie mehr über DE-INKING wissen wollen, klicken Sie bitte hier

Mehr über den Begriff «Kopierpapier» finden Sie hier

Wir danken für Ihr Interesse!

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